Deutliche Brunst?

Deutliche Brunstsymptome der Kühe sind für das Besamungsmanagement und die Fruchtbarkeit einer Herde wichtig. Die Stärke der Brunstsymptome steht in engem Zusammenhang mit dem Besamungserfolg. Ein deutlicher Aktivitätsanstieg ist eine wichtige Voraussetzung für gute Fruchtbarkeitsresultate und ein Zeichen gesunder und fitter Kühe. Das haben kanadische Forscher in mehreren Untersuchungen herausgefunden.

Häufig beklagen Landwirte aber, dass sich ihre Kühe nicht gut genug zeigen. Dies sollte als Warnsignal verstanden werden, dass etwas nicht rund läuft. Denn verschiedene kuhseitige oder äussere Faktoren beeinflussen die Brunstanzeichen einer Kuh positiv oder negativ. Eine deutliche Brunst ist immer auch ein Zeichen des Wohlbefindens der Kuh, schwach- oder stillbrünstige Kühe dagegen zeigen, dass Mängel (meist) in Haltung und/oder Fütterung existieren.

Unsere Checkliste Brunststärke (pdf) bietet dir einen schnellen Überblick über die äusseren und kuhseitigen Einflussfaktoren. Sie steht ab sofort zum Download bereit.

Anleitung zur korrekten Brunstbeobachtung

Brunstbeobachtung

Viele Betriebe kennen das Problem: Je weniger Zeit bleibt, umso schlechter die Brunsterkennung. Denn man schlittert von Arbeitsspitze zu Arbeitsspitze und die Brunstbeobachtung bleibt dabei auf der Strecke. Die Folge: Kühe, deren Brunst Du nie siehst, oder Kühe, die Du zum falschen Zeitpunkt besamen lässt und die deshalb schlecht aufnehmen. Daher gilt als erster Grundsatz: «Zeit nehmen – In Ruhe beobachten».

Dreimal oder besser viermal pro Tag eine Viertelstunde die Tiere beobachten. So lauten die Empfehlungen der Experten - allerdings nicht zu den Melkzeiten oder während des Fütterns. Denn hier sind die Kühe häufig zu sehr mit anderen Dingen beschäftigt, um auch noch Brunstzeichen zu zeigen. Am besten gelingt die Brunsterkennung also, wenn sich jemand täglich die Zeit nimmt und die Tiere auf der Weide, im Laufhof oder zu den Ruhezeiten im Stall beobachtet.

Drei Mal 15 Minuten

Also ist Deine Brunstbeobachtung ein zentraler Punkt im Fruchtbarkeitsgeschehen der Herde. Schon vor Jahren empfahlen Experten für eine gute Brunsterkennung, die Kühe täglich dreimal fünfzehn Minuten lang zu beobachten. Aber wer kann dies in Zeiten wachsender Betriebe und steigender Arbeitszeiten noch leisten? Häufig endet dieser Problemkreis in einer mässigen Fruchtbarkeitslage der Herde. Auch bei Ihnen?

Nachts und nicht beim Melken

Erschwerend kommt hinzu, dass viele Kühe ihre Brunstsymptome nur noch sehr kurz und darüber hinaus bevorzugt nachts zeigen. Sowieso eignen sich die Melkzeiten morgens und abends nur schlecht, um sie gleichzeitig zur Brunstbeobachtung zu nutzen.

Ablenkung während Melkzeit

Denn Kühe lassen sich durchs Melken, Füttern oder den Weideaustrieb von ihrem Bunstverhalten ablenken. Daher lautet die Empfehlung, dreimal täglich ausserhalb der Hauptstallarbeitszeiten, (am besten auch einmal nachts oder zumindest in den frühen Morgenstunden) nach brünstigen Kühen zu schauen.

Stille Brunst (Anöstrie)

Deine Kühe zeigen sich nicht

Die äusserlichen Brunstanzeichen stillbrünstiger Kühe sind nur schwach oder nicht zu erkennen, obwohl auf den Eierstöcken und in der Gebärmutter ein Brunstzyklus abläuft. Es reifen Brunstfollikel heran, aus denen ein Gelbkörpers entsteht. Manchmal sieht man eine Kuh noch abbluten, ohne dass sie vorher andere Brunstzeichen gezeigt hat.