Brunst alle 21 Tage

Ist die Kuh paarungsbereit, ist sie in Brunst. In regelmässigen Intervallen von 21 Tagen wird sie das ganze Jahr hinweg brünstig / «stierig» (Schweizerdeutsch) / «rinderig» (süddeutsch) / «bullig» (norddeutsch) / «ochsnig» (tirolerisch). Über einen Zeitraum von ein bis drei Tagen verändert sich ihr Verhalten und ihre Geschlechtsorgane, denn der Gehalt an Brunsthormon Östrogen steigt in ihrem Blut an. Dieses wird vom heranreifenden Brunstbläschen (Eibläschen / Follikel) auf dem Eierstock gebildet. Es löst die typischen Brunstanzeichen der Kuh aus. 

Im Kapitel zur Brunst findest Du Informationen:

  • zu den Anzeichen während der verschiedenen Phasen einer Brunst
  • für den zeitlichen Zusammenhang zwischen Brunst und Besamung
  • und Tipps zur Brunstbeobachtung
  • welche Faktoren eine deutliche Brunst positiv oder negativ beeinflussen

Phasen einer Brunst

Über einen Zeitraum von ein bis drei Tagen verändern sich das Verhalten und die Geschlechtsorgane Deiner Kuh, wenn der Gehalt an Brunsthormon Östrogen in ihrem Blut ansteigt. Dieses Hormon wird vom heranreifenden Brunstbläschen (Eibläschen / Follikel) auf dem Eierstock gebildet. Es löst die typischen Brunstanzeichen der Kuh aus. Im Verlauf der Brunst werden diese Zeichen immer stärker oder ändern sich in ihrer Ausprägung.

Man unterscheidet deshalb unterschiedliche Phasen der Brunst:

  • Die Vorbrunst
  • Die Hauptbrunst
  • Die Nachbrunst

Unruhe in der Vorbrunst

Bereits zwei bis drei Tage vor der Hauptbrunst fällt die stierig werdende Kuh dadurch auf, dass sie mehr läuft, unruhiger ist und kleine Grüppchen mit anderen Herdengenossinnen bildet. Sie riecht an der Schamregion der anderen Kühe, zieht die Oberlippe nach oben und flehmt. Über Duftstoffe kann sie dabei den Zyklusstand der anderen wahrnehmen. Bei vielen Tieren geht die Milchleistung zurück. Die Scham schwillt an und rötet sich, da sie besser durchblutet wird. Der Brunstschleim ist zunächst wässrig und dünnflüssig. Noch wäre es für eine Besamung zu früh.

Diese Kuhsignale sind typische Anzeichen für eine Kuh in der Vorbrunst:

  • Kopfauflegen
  • Flehmen
  • Beschnuppern

Duldungsreflex in der Hauptbrunst

Je grösser das Eibläschen in der fortschreitenden Brunst auf dem Eierstock wird, desto mehr Östrogen produziert es und umso deutlicher werden die Brunstzeichen. Über das Blut verteilt sich das Brunsthormon im ganzen Körper und ruft entsprechende Veränderungen hervor. Die Kuh bekommt einen stieren Blick, stellt die Ohren und drückt den Rücken durch. Sie bespringt die anderen Tiere von hinten und am Kopf. Das wichtigste Anzeichen für eine stierige Kuh in der Hauptbrunst ist der Duldungsreflex, der den Beginn der Hauptbrunst signalisiert. Zu diesem Zeitpunkt wehrt sich die Kuh nicht dagegen, wenn andere Tiere aufreiten. Sie „steht“.  

Diese Kuhsignale sind typische Anzeichen für eine Kuh in der Hauptbrunst:

  • Duldungsreflex
  • Brunstschleim

Nach dem Eisprung folgt die Nachbrunst

In der dritten Brunstphase, der «Nachbrunst» bleibt die Kuh nicht mehr stehen, wenn sie besprungen wird.

Der Duldungsreflex ist vorbei. Auch ihr restliches Verhalten normalisiert sich, die Brunstzeichen klingen ab und die Kuh beruhigt sich. Bei einigen Tieren sieht man zu diesem Zeitpunkt blutigen Schleim an der und um die Scham oder am Schwanz. Diese Tiere «bluten ab».

Alle Texte und Bilder stammen von unserer Partnerseite www.die-fruchtbare-Kuh.ch - mehr Tipps zur Fruchtbarkeit finden Sie dort.