Tunesische Milchindustrie: Hindernisse überwinden für eine vielversprechende Zukunft
Überblick über die Viehzuchtbetriebe, zwischen klimatischen Herausforderungen und Entwicklungsperspektiven
Kenan Kocer, Export Sales Manager
Von Beja über El Aroussa bis Jendouba hatten wir die ganze Woche über die Gelegenheit, mit unserem Partner AgroServices Zuchtbetriebe verschiedener Rassen in Nord- und Westtunesien zu besuchen.
Diese Besuche ermöglichten uns einen Einblick in eine Milchindustrie, die zwar mit mehreren Herausforderungen konfrontiert ist, aber nach wie vor echte Entwicklungsperspektiven bietet. Die Begegnungen mit den Landwirten ermöglichten uns einen umfassenden Einblick in die Industrie und ihre Herausforderungen.
Die letzten Jahre waren für den Milchsektor in Tunesien besonders schwierig. Das Land sah sich mit mehreren grossen Herausforderungen konfrontiert, die sowohl die Milchproduktion als auch die Rentabilität der Viehzucht betrafen. Zu den grössten Hindernissen gehörte die andauernde Dürre, die sich direkt auf die Verfügbarkeit von Futtermitteln auswirkte, was zu höheren Futterkosten und zusätzlichem Druck auf die Milchviehbetriebe führte.
Darüber hinaus wirkten sich die schwankenden klimatischen Bedingungen auf die Fruchtbarkeit der Tiere aus. Fruchtbarkeits- und Gesundheitsprobleme wie Lahmheit und Panaritium sind eine ständige Sorge der Betriebe. Diese versuchen, diese Aspekte zu verbessern, während sie gleichzeitig die Milchproduktion mit hohen Inhaltsstoffen optimieren, sich aber auch auf solide Gliedmassen und gute Euteranlagen konzentrieren, die sehr wichtige Selektionskriterien für die Züchter sind.
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, zeichnet sich die Braunviehrasse, die von Swissgenetics seit 2013 nach Tunesien exportiert wird, durch ihre Hitzeresistenz aus, sowie durch ihre Fähigkeit, qualitativ hochwertige Milch zu produzieren, die sich für die Verkäsung eignet. Die lokalen Züchter sind mit den Ergebnissen, die sie mit dieser Rasse erzielen, sehr zufrieden, da sie mit ihr nicht nur höhere Milchpreise erzielen, sondern auch eine höhere Produktionsstabilität unter schwierigen klimatischen Bedingungen.
Parallel dazu bietet auch die Rasse Swiss Fleckvieh, die sowohl für ihr Milchleistungspotenzial als auch für ihre Robustheit bekannt ist, gute Perspektiven. Durch Kreuzungen mit Holstein können robustere Tiere gezüchtet werden, die besser an die lokalen Bedingungen angepasst sind und gleichzeitig gute Milchleistungen erbringen.
Besten Dank unserem Partner AgroServices, den Betriebsleitern sowie den Züchtern für den herzlichen Empfang. Die Zusammenarbeit und das Fachwissen aller Beteiligten machten den Besuch zu einem Erfolg und versprechen gute Aussichten, die Herausforderungen zu meistern und die Milchindustrie in Tunesien weiterzuentwickeln.